Berufliche Integration für Jugendliche
In unseren Betrieben und internen Abteilungen bilden wir in derzeit 14 verschiedenen Berufen Lernende aus. Die Ausbildung kann auf den Niveaus Fähigkeitszeugnis EFZ, Berufsattest EBA oder INSOS PrA (Praktische Ausbildung) erfolgen. Unsere Lernenden besuchen - wie alle anderen Lernenden - die normalen Berufsschulen.
Die berufliche Integration für Jugendliche umfasst auch Angebote im Bereich der Ausbildungsvorbereitung (z. B. Integrationsmassnahmen zur schrittweisen Gewöhnung an den Arbeitsalltag, Schnupperlehren oder berufliche Abklärungen) und Massnahmen während und nach der Ausbildung, um den Übergang in den ersten Arbeitsmarkt zu erleichtern und die berufliche Integration langfristig zu sichern (z. B. ein externes Ausbildungspraktikum im ersten Arbeitsmarkt oder Bewerbungstrainings).
Ausbildungsvorbereitung
Integrationsmassnahme
In dieser niederschwelligen Massnahme für Jugendliche und junge Erwachsene erfolgt eine Gewöhnung an den Arbeitsalltag und die Arbeitsprozesse. Zudem soll eine Stabilisierung der Präsenz- und Leistungsfähigkeit erreicht werden.
Schnupperlehre (1 – 2 Woche/n)
Junge Berufseinsteiger erhalten die Möglichkeit, einen Beruf und dessen Anforderungen kennenzulernen und ihre Fähigkeiten zu erproben.
Berufliche Abklärung
Abklärung und Festlegung einer geeigneten und niveaugerechten erstmaligen Berufsausbildung. Die Abklärung dauert drei Monate. Während dieser Zeit werden neben der Ausbildungsfähigkeit auch die Eignung für einen Beruf in drei ausgewählten Berufsfeldern ermittelt. Die interne Schule unterrichtet die Lernenden wöchentlich und beurteilt die schulische Leistungsfähigkeit sowie den Bildungsstand.
Vorbereitung auf die erstmalige berufliche Ausbildung
Nach Festlegung der geeigneten Berufsausbildung (Abklärung) bleibt die teilnehmende Person bis zum Ausbildungsbeginn zu Trainingszwecken im gewählten Berufsfeld tätig und wird zudem individuell gefördert. Eingebaut in diese Zeit der Berufsvorbereitung ist auch weiterhin der Besuch der internen Schule.
Berufsfindungsjahr
Die Berufliche Abklärung und Berufsvorbereitung können von vornherein in kombinierter Form als Berufsfindungsjahr angeboten werden. Der Start kann flexibel erfolgen.
Vorlehre
Junge Menschen im Kanton Bern absolvieren eine einjährige Vorlehre zur Erreichung der Ausbildungsreife oder als überbrückende Wartezeit. Sie arbeiten an drei Wochentagen in ihrem künftigen Ausbildungsbetrieb und besuchen zwei Tage eine externe Schule (Berufsbildungszentrum IDM Spiez).
Während und nach der Ausbildung
Externes Ausbildungspraktikum mit Job Coaching
In mehrwöchigen Praktika haben Auszubildende die Gelegenheit, ihr Fachwissen und ihre Arbeitsfähigkeiten unter den Bedingungen des ersten Arbeitsmarktes zu erproben und unter Beweis zu stellen.
Ausbildung mit Job Coaching
Im Rahmen einer Ausbildung absolvieren EBA- oder EFZ-Lernende entweder einen Teil oder die gesamte Ausbildung direkt in einem Betrieb im ersten Arbeitsmarkt. Das Job Coaching ist eine auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete Begleitung für die lernende Person und den Ausbildungsbetrieb.
Weitere Angebote:
Unterstützung im Bewerbungsprozess
Rechtzeitig vor Ausbildungsabschluss unterstützen wir die Lernenden bei der Stellensuche (Bewerbungsdossier erstellen, Bewerbungstraining etc.).
Umschulung
Wer aus gesundheitlichen Gründen seine bisherige Tätigkeit nicht mehr ausführen kann, soll durch zweckmässige Schulungs- und Ausbildungsmassnahmen einen neuen Beruf erlernen. Ein Wechsel mit einer Anschlusslösung in den ersten Arbeitsmarkt wird dabei angestrebt.
Praktische Ausbildung (PrA) nach INSOS
Neben den bekannteren Ausbildungsniveaus EFZ und EBA bieten wir Jugendlichen mit Lernschwierigkeiten eine Praktische Ausbildung (PrA) an. Die PrA ist eine national standardisierte, zweijährige Ausbildung und wurde von Institutionen entwickelt, die sich auf die Bildung von Jugendlichen mit besonderem Unterstützungsbedarf spezialisiert haben. Träger der PrA ist INSOS Schweiz, der nationale Branchenverband der Institutionen für Menschen mit Behinderung.
INSOS-Ausbildungen sind in der SEEBURG in allen aufgeführten Berufsrichtungen (ausser ICT/Informatik und Bürobereich) möglich, sowie zusätzlich auch als Praktiker/in PrA Industrie, Praktiker/in PrA Recycling, Praktiker/in PrA Gebäudereinigung und Praktiker/in PrA Bau.
Schwerpunkte der PrA
Die Ausbildung steht in engem Praxisbezug und ist deshalb vorwiegend auf das Erlernen und Ausführen von praktischen Tätigkeiten ausgerichtet. Die Lernenden führen unter Anleitung einfache, wiederkehrende Arbeiten im Team oder selbstständig aus. Sie kennen die wichtigsten Materialien sowie deren Eigenschaften und setzen Werkzeuge, Maschinen und Hilfsmittel unter Berücksichtigung der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes gezielt und fachgerecht ein. Kernkompetenzen wie Verlässlichkeit, Durchhaltevermögen und Arbeitsmotivation sind wichtige Lernziele.
Die PrA-Lernenden besuchen einmal wöchentlich den Unterricht an der Berufsfachschule des Bildungszentrums in Interlaken (bzi) und werden dort in den Fächern Deutsch, Mathematik, Sport und Allgemeinbildung unterrichtet.
Die PrA dauert zwei Jahre. Sie wird vermehrt auch ausserhalb des geschützten Rahmens absolviert (supported education).
Am Ende der Ausbildung wird ein Qualifikationsverfahren durchgeführt. Dabei attestieren externe Expert/innen den Jugendlichen die erworbenen Kompetenzen. Beim Qualifikationsverfahren kann niemand durchfallen.
Welche beruflichen Perspektiven bietet die PrA?
Nach einer absolvierten PrA können die Lernenden:
- ihren erlernten Beruf im ersten Arbeitsmarkt ausüben, mit oder ohne (Teil-)Rente
- eine EBA-Lehre beginnen
- in einem Unternehmen interne Weiterbildungen besuchen.
- Rund 70 Prozent der PrA-Absolvent/innen finden eine Stelle im ersten oder ergänzenden Arbeitsmarkt. Von den restlichen 30 Prozent wechseln je 15 Prozent in eine EBA-Lehre oder finden eine andere Anschlusslösung. (Stand 23/24)