Bulletin September 2017

SPANNENDE WOCHEN IM AUGUST

BERUFSAUSBILDUNG 2017 – 2018

In unseren Betrieben, Dienstleistungsbereichen und in unseren Wohnhäusern, ist der August jeweils besonders herausfordernd. Wir erwarteten diesmal 55 junge Menschen aus insgesamt 10 Kantonen, welche den Start ihrer Ausbildung oder ihren Übergang in ein weiteres Berufsbildungsjahr antraten. Die meisten der Jugendlichen, die in eine Berufsausbildung einstiegen, waren bereits vorher für eine stabilisierende oder berufsorientierende Phase bei uns. Andere konnten eine Aufbauphase nach einer Krise abschliessen und nun ebenfalls den ersten Schritt in die Berufliche Integration wagen.

Für die Ausbildnerinnen und Ausbildner in unseren Betrieben heisst es nun ab August wiederum, sich täglich zusammen mit den 55 Lernenden der Herausforderung zu stellen. Denn der Berufsbildungsalltag in unseren Betrieben gleicht keinem Spaziergang – dessen sind wir uns bewusst. Gleichzeitig erleben wir aber laufend, wieviel Potential in Jugendlichen steckt, auch wenn sie bisher eher auf der Schattenseite des Lebens standen. Das wachsende Vertrauen in sich selber und in die sie begleitenden Fachpersonen im Arbeitsalltag und wo angezeigt auch im Wohn- und Freizeitbereich, nimmt ihren ursprünglichen existentiellen Ängsten den Wind aus den Segeln und lässt sie einen Hafen erreichen, der sie zukünftig als eigenständiges Mitglied unserer Gesellschaft auszeichnet. 

Neben den Berufsausbildungen in 15 unterschiedlichen Berufsgattungen bieten wir auch vorgelagerte Programme für den Ausbildungsbeginn wie Abklärungen, Vorbereitungszeiten, Vorlehren, Brückenangebote und Trainingsplätze an. 

Verbunden mit den berufsintegrativen Angeboten stellen wir gleichzeitig auch differenzierte Wohnmöglichkeiten mit unterschiedlichem sozialpädagogischen Setting zur Verfügung. Die jeweilige Wohnform richtet sich nach der Selbständigkeit der Person (betreutes bis teilautonomes Wohnen) und nach den aktuell zur Verfügung stehenden freien Plätzen. Diese Lösung bietet sich in erster Linie bei Jugendlichen an, welche für die Zeit ihrer erstmaligen Berufsausbildung noch ein stabilisierendes Milieu benötigen oder aus anderen Regionen kommen.

Zuweisende Stellen für die arbeitsagogisch geförderten Ausbildungsplätze der Seeburg sind: IV, Sozialbehörden und KESB, Kliniken und heilpädagogische Schulen, Jugendanwaltschaften, Jugendhilfen, Taggeldversicherer sowie andere Organisationen. Für sämtliche Programme ausserhalb einer IV-Verfügung gelten die zwischen uns und den zuweisenden Stellen vereinbarten Tarife. Wir bitten zwecks Absprache mit uns Kontakt aufzunehmen.

Die Institution SEEBURG ist aufgenommen in die Liste der Interkantonalen Vereinbarung für Soziale Einrichtungen IVSE (Liste A für Jugendliche und Liste B für Erwachsene). Damit haben auch Personen ausserhalb des Kantons Bern die Möglichkeit, unsere Programme und Angebote zu nutzen.

Bulletin September 2017

REFLEKTION

Diese Anzahl Berufseinsteigende fordert uns als Ausbildungsinstitution nicht nur heraus, sie kann auch nachdenklich stimmen. Dem allgemeinen Arbeitsmarkt scheint es inzwischen nicht mehr möglich, allen einstiegswilligen jungen Menschen eine Berufsausbildung anzubieten. 

Viele Firmen tun sich angesichts des steigenden wirtschaftlichen Drucks zunehmend schwer, die Berufsausbildungen nicht bloss als Kostenfaktor zu sehen. Jugendliche mit weniger guten Karten oder höherem Unterstützungsbedarf finden bei der Berufsbildung den Einstieg oft nur noch mit viel Unterstützung. Für sie fehlt dem allgemeinen Arbeitsmarkt vermutlich die nötige Zeit und das Fachwissen zur individuellen Förderung. 

Trotzdem finden sich zum Glück immer wieder Betriebe, welche gewillt sind, Jugendliche mit Förderbedarf für die berufliche Grundbildung bei sich aufzunehmen. Diese Ausbildungsbetriebe können in der Regel mit der beratenden Unterstützung unserer Job Coaches rechnen.

Eine agogisch begleitete Berufsausbildung für junge Menschen, welche vom allgemeinen Arbeitsmarkt nicht oder nur dank dem Angebot eines Coachings aufgenommen werden, ist eine sinnvolle Investition, um Jugendliche nachhaltig in die Erwerbsfähigkeit zu integrieren. 

Bulletin September 2017

WOHNEN FÜR JUNGE MENSCHEN

Zu unseren Wohnangeboten gehören auch Anschlusslösungen nach einer Krisenintervention bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Laut Studien kann rund die Hälfte aller Betroffenen nach dem erstmaligen Aufenthalt in einer Klinik nicht mehr in das angestammte Umfeld oder in die Herkunftsfamilie zurückkehren. Ein neues, förderliches Milieu ist notwendig. 

Es eröffnet persönliche Chancen und ermöglicht eine weitere Stabilisierung. Ausserdem sollten viele von ihnen zusätzlich zur psychischen Erholung auch Perspektiven in Richtung einer angepassten, ihren Begabungen und Ressourcen entsprechenden Berufsausbildung oder Wiedereingliederung entwickeln und umsetzen können.


BEDÜRFNIS-ANGEPASSTE WOHNLÖSUNGEN 

In unseren Wohnbereichen finden auch Menschen jeden Alters Aufnahme, die bei ihrer Lebensgestaltung dauerhaft oder vorübergehend Unterstützung wünschen. Die Häuser sind auf eine kompetente Betreuung, mehrheitlich rund um die Uhr, ausgerichtet und bieten zur Beschäftigung und Freizeitgestaltung eine Tagesstruktur an.

Bulletin September 2017

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